Wenn Du Dich schon gefragt hast, ob Du an Deinem Wohmobil- oder Camper-Van-Oldtimer Solar-Panels bauen darfst, dann bist Du hier genau richtig! Ich beantworte Dir hier die Frage: Am Oldtimer eine Solaranlage nachrüsten - wie geht das legal und ohne, dass Du Dein H-Kennzeichen verlierst?

Die Frage interessiert mich aktuell selbst, da bei einer Freundin ihrem VW LT 28 (2,0 Liter, Benziner, Baujahr 1980) die Frage im Raum steht, wie sie ein Solarpanel nachrüsten kann, ohne dass sie das H-Kennzeichen verliert. Bisher ist sie immer an einen Campingplatz gebunden, da sie schlichtweg Strom benötigt. Egal, ob für die Beleuchtung, die Elektro-Herdplatte oder für das Handy-Ladegerät. Es wird immer Strom benötigt. Sie hat zwar eine kleine Versorgerbatterie, aber die hält nicht lange und so muss sie dann immer nach zwei Tagen das Batterie-Ladegerät tagsüber anschließen, damit sie abends Licht hat.

Ich war nun beim TÜV in Leonberg und habe für Dich diese Frage geklärt!

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Am Oldtimer eine Solaranlage nachrüsten

Um autark zu werden braucht Dein Camper Van also eine Solaranlage auf dem Dach. Jetzt ist der Gute aber vielleicht ein Oldtimer mit H-Kennzeichen. Da darf man nicht einfach so Veränderungen durchführen, sonst läufst Du Gefahr, dass er das H-Kennzeichen verliert.

H-Kennzeichen und Solaranlage

Grundsätzlich gilt: Auf das Dach Deines Wohnmobil-Oldtimer eine Solaranlage schrauben und kleben geht nicht. Du kannst bei einer Polizei-Kontrolle oder beim TÜV das H-Kennzeichen verlieren. Aber es gibt ein paar Tipps, wie Du dennoch Solar verwenden kannst! Der von Dir angestrebte Umbau muss zeitgenössisch sein! Das bedeutet, dass es die Technik so zur damaligen Zeit gab und "geläufig" war! Beispielsweise wird das definitiv nicht klappen, wenn Du LED-Rückleuchten anbringen wollen würdest.

Solartasche

Der einfachste Weg wäre, wenn Du Dir eine Solartasche kaufst! Das sind - je nach Wp ("Watt peak"; maximale Leistungsspitze) - drei Solarpanels, die zusammenklappbar sind. Meist haben diese Solartaschen eine Stoffummantelung, sowie einen integrierten USB-Lader, um beispielsweise Dein Handy oder Deine Kamera zu laden.

Im Oldtimer eine Solaranlage nachrüsten: Solartasche
Bildquelle: WATTSTUNDE GmbH

Sie sind leicht, haben zusammengefaltet ein kleines Packmaß und sind schnell aufgestellt!

Ein weiterer Vorteil ist, dass du mit Deinem Wohnmobil im Schatten, aber Deine Solarzelle in der Sonne stehen kann! So erzielst Du einen maximalen Stromertrag, aber parkst dabei nicht in der vollen Sonne! Dadurch, dass die Solartasche schräg aufgestellt wird, hat das Solarpanel sogar einen besseren Winkel zur Sonne, was sich wiederum positiv auf den Ertrag auswirkt! Was natürlich perfekt ist: Du musst keine bauliche Veränderung an Deinem Fahrzeug machen! Alles wird "frei verkabelt". So kannst Du ganz einfach an Deinem Wohnmobil-Oldtimer eine Solaranlage nachrüsten!

Ein kleinen Nachteil gibt es aber: Sie sind deutlich teurer. Das hier gezeigte Modell (120 Wp) bekommst Du bei Amazon (link unten) für um die 330 Euro. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es schwierig wird die Solartasche gegen Diebstahl und Wind zu schützen. Eventuell könntest Du hier ein Vorhängeschloss und ein Drahtseil zur Absicherung nehmen.

H-Kennzeichen beantragen: Solaranlage nicht älter als 10 Jahre nach E. Z.

Es kann auch sein, dass Du ja schon eine Solaranlage auf Deinem Wohnmobil hast. Eventuell vom Vorbesitzer oder von Dir selbst verbaut, wenn Du der erste Besitzer bist. Du kannst dann eine H-Zulassung beantragen, wenn der Einbau nachweislich nicht älter als zehn Jahre nach der Erstzulassung Deines Fahrzeugs stattgefunden hat! Nachweislich bedeutet, dass Du Rechnungen vom Solarpanel und vom Einbau hast!

Beispiel

Dein Fahrzeug wurde am 02.11.1986 zugelassen.

Du hast am 17.01.1995 eine Solaranlage auf Deinem Wohnmobil durch eine Fachwerkstatt anbringen lassen.

Somit war der Einbau nicht älter als zehn Jahre nach der Erstzulassung und einer H-Zulassung steht nichts im Wege!

Solaranlage auf dem Dach als Ladung deklarieren

Okay, Du möchtest jetzt vielleicht keine Solartasche kaufen und hast keine Solaranlage auf dem Dach, welche nicht älter als zehn Jahre nach Erstzulassung ist. Was kannst Du jetzt machen? Wie kannst Du jetzt bei Deinem Wohnmobil-Oldtimer eine Solaranlage nachrüsten, dass Du auch in den Genuss kommst, autark zu stehen?

Wie in der Überschrift schon verraten: Deklariere Deine Solarpanel auf dem Dach als "Ladung"! Hier gibt es aber ein paar Sachen zu beachten!

Nicht fest verbunden

Die Ladung darf nicht fest mit dem Fahrzeug verschraubt sein. Das bedeutet, dass Du die Solarpanels ohne Werkzeug entfernen können musst. Du darfst weder einen Schraubendreher, noch eine Zange benötigen. Sie müssen mit bloßer Hand entfernt werden können.

Befestigen mit Flügelmuttern

Wie nun aber befestigen? Ich würde Dir empfehlen, dass Du am Dachgepäckträger - falls vorhanden - ein Schienensystem baust.

Die Solaranlage befestigst Du dann einfach mit Flügelmuttern. Das sollte dann recht fest sein! Wenn Du die Solaranlage richtig sicherst, dann darfst Du sie auch während der Fahrt auf dem Dach behalten! Der TÜV meinte ganz klar, dass das kein Problem ist während der Fahrt mit der Solaranlage auf dem Dach. Schließlich ist jeder selbst für die Ladungssicherung verantwortlich.

Kabel verbinden

Okay, jetzt ist zwar Deine Solaranlage auf Deinem Wohnmobil-Oldtimer, aber wie kommen jetzt die Anschlusskabel in den Innenraum? Das ist jetzt ein bisschen schwierig, weil Du musst ja die Solaranlage ohne Werkzeug abmontieren können! Also die Kabel fest verlegen geht nicht, Du benötigst eine Steck-Lösung! Aber die aktuellen Solar-Stecker/-Buchsen gehen bedingt H-Zulassung nicht - das wäre nicht zeitgemäß! Du brauchst also ein Stecksystem, welches es "damals" schon gab! Meine Idee wäre hier einfach eine CEE-Einbaubuchse auf das Dach zu montieren und an die Solaranlage einen CEE-Stecker. Im Endeffekt ist es ja egal, wenn Du die Spannung der Solaranlage drüberschickst, da das definitiv weniger elektrische Leistung ist, als wie bei 230V Wechselspannung und 16 Ampere!

Alternativ kannst du natürlich das Kabel auch durch Dein Dachfenster werfen! Oder an der Seite durch ein Seitenfenster in den Innenraum bringen. Wenn Du am Wohnmobil selbst die Kabel fest verlegen willst, dann würde ich die Option mit der CEE-Buchse in Betracht ziehen!

Falls es Dich interessiert, welchen Kabelquerschnitt Du benötigst, wenn Du in Deinem Wohnmobil-Oldtimer eine Solaranlage verbauen willst, dann empfehle ich Dir meinen passenden Beitrag dazu:

Der korrekte Kabelquerschnitt für 12V im Campervan und Wohnmobil

Passende Empfehlungen von mir

Falls Dir die "Bastelei" doch etwas zu heikel ist, so empfehle ich Dir eine Solartasche. Das ist eine saubere, einfache und sichere Lösung!

WATTSTUNDE® WS120SF SunFolder 120Wp Solartasche Solar Ladegerät Solarmodul faltbar (ext. Link*, Amazon)

Die etwas stabilere Lösung (gegenüber der Solartasche) ist der Solarkoffer:

WATTSTUNDE® 120W Solarkoffer MONO WS120SKS Solarmodul faltbar (ext. Link*, Amazon)

Wenn Du Dich eventuell doch für die DIY-Lösung entscheiden solltest, so kannst Du Dir ja mal folgende Solarpanels anschauen:

enjoysolar® Mono 100W Solar Modul 12V Solar Panel Monokristallines 100W (ext. Link*, Amazon)

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